Kamerun Report 10

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Kamerun Report 10

Postby Wolfgang on Sun Nov 02, 2008 6:44 pm

Kamerun Report 10

Yaounde ist eine Stadt, erbaut auf Huegeln, im ehemaligen Regenwald. Ueber 3 Millionen Menschen leben hier. Je weiter man in die Randbezirke kommt, desto laendlicher wird alles. Ausserhalb des Stadtgebietes findet man Yaounde umgeben von zerstoertem Regenwald ohne Tiere.
Yaounde kommt einem, mehr als andere Staedte dieser Welt, wie ein grosses Dorf vor. Verlaesst man die Hauptstrassen findet man sich in einem afrikanischen Dorf wieder. Ueberall geht es steil, auf ungepflasterten Wegen oder Pfaden, nach oben oder unten.

Schulen verschiedener Kategorien sind ueber das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Schulen in Kamerun

In Privatschulen sind die Klassen kleiner als in den staatlichen wo oft ueber 100 Kinder in einem Raum unterrichtet werden. Trotzdem gibt es in der Qualitaet der Privatschulen sehr grosse Unterschiede die sich vor allem im Preis bemerkbar machen. Kameruner Eltern sind darauf bedacht ihren Kindern die bestmoegliche Ausbildung zu geben und dementsprechend hoch ist die Zahl an privaten Schulen in den Staedten.

In der Schule „Le Printemps“, an der Vivian, unsere WPE Koordinatin, unterrichtet, zaehlen die Klassen max. 40 Schueler, aber die Raeume sind sehr klein und nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet. Die einzelnen Klassenraeume sind zum Teil nur durch duenne Bretterwaende getrennt und dunkel ohne elektrisches Licht. Es ist laut, da die Bretterwaende kaum einen Schallschutz darstellen.
In der Ferienzeit wurden einige Umbauarbeiten vorgenommen, so dass die Situation dort jetzt etwas besser ist. Man darf sich hier allerdings keinerlei Luxus vorstellen.

Das Babtisteninternat ist in der hoeheren Kategorie angeordnet und mit guten Klassenraeumen, Schlafsaelen etc. und eigener Kapelle ausgestattet. Die Kinder sind die gesamte Schulzeit ueber auf dem Gelaende und brauchen eine Genehmigung, um dieses verlassen zu koennen. Einmal im Monat ist Elternbesuchstag.

Staatliche Schulen in den Staedten sind sehr gross und bieten vielen hundert Schuelern Platz.
Auf dem Land sieht das anders aus. Schulen sind oft nicht mehr als ein Dach ueber dem Kopf und die Lehrer sind engagierte Privatpersonen ohne entsprechende Ausbildung. Die meisten Schulen sind bilingual. Es wird entweder franzoesischer oder englischer Unterricht abgehalten. Meist ist die eine, groessere, Haelfte der Schule fuer franzoesisch sprechende Kinder und der andere Teil fuer die englischsprachigen. Es werden Moeglichkeiten geboten, um beide Sprachen zu lernen. Die meisten Kameruner sprechen mehrere Sprachen.

WPE Aktionen

Zukuenftig werden die Bildungsprogramme von Wild Planet Ecoproject auch an staatlichen Schulen eingefuehrt. Der Anfang ist gemacht. In der Schule Biyem Assi werden die ersten vier Klassen ab sofort Environmental Education im Stundenplan haben. Der Headmaster (Direktor) der Schule hat mich bereits persoenlich dort eingefuehrt. Die Projekte stossen auf grosse Resonanz und Interesse von seiten der Schueler.

Weitere Plaene sehen vor, einen Environmental Club zu gruenden und den Schulhof zu begruenen. Da der Headmaster auch zustaendig fuer alle anderen staatlichen Schulen im Bezirk ist, koennen jetzt reibungslos viele weitere Schulen integriert werden. Damit sprechen wir tausende von Kindern an.

Das Babtisteninternat wird ebenfalls den Environmental Education Unterricht, gemeinsam mit Wild Planet Ecoproject, gestalten.

Einladungen zu Schulen in entlegenen Gegenden haben wir bereits. Teilweise gibt es dort keine Lehrer. Eltern und engagierte Privatpersonen helfen aus, um die grundlegendsten Kenntnisse zu unterrichten. Hier ist die Front der Umweltzerstoerungen. Darum wird in diesen Gebieten die Arbeit von Wild Planet Ecoproject in den nächsten Jahren besonders wichtig sein. Noch sind Projekte in diesen Gebieten aufgrund der Reisekosten nur sehr eingeschränkt durchführbar. Bei zunehmender finanzieller Unterstützung wird dies aber ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit sein.

Kooperationen

Um die Effektivitaet der Bildungsprogramme noch zu steigern, haben wir einige Kooperationen mit anderen Organisationen bereits ins Leben gerufen und arbeiten daran, das auszuweiten.

Die lokale Organisation „Better World“ befasst sich bereits seit Jahren mit Programmen zur Foerderung von Umweltbewusstsein. Es gibt ein kleines Education Center und einen tropischen Garten, der leider durch die Fluten ziemlich zerstoert wurde. Better World hat ausserdem eine Theater und eine Tanzgruppe gegruendet, die den Environmental Education Unterricht in Zukunft noch anschaulicher machen wird, was bei den Kindern sehr gut ankommt.
Die Organisation BDCP (Bioressources Development and Conservation Programme) wird ebenfalls Teil der Kooperation sein. Mehr zu der Arbeit dieser Organisationen, in Kuerze, auf der WPE Homepage unter dem Link Partner und in den kommenden Kamerun Reporten.

Umweltverstaendniss

Die Aktionen unter dem Namen, "The Great Ape Campaign" sehen als ersten Schritt vor, Kindern mehr Verstaendniss zum Umgang mit der Natur nahe zu bringen. Dazu gehoeren auch Aktionen wie die umliegende Gegend von Plastikmuell usw. zu befreien. Biologische Abfaelle gehen zurueck zur Natur. Wie man Muell vermeidet, trennt, kompostiert und pflanzt ist Bestandteil des Unterrichts in Schulen.

Auch dadurch wird das Verstaendnis zum Umgang mit der Natur nachhaltig gefoerdert.

Schimpansen

An dem Fall des Schimpansencamps Papaye France in Pongo Songo (Kamerun Report) wird weiterhin gearbeitet.

Neben dem Mfou Nationalpark, dem Wildlife Center in Limbe gibt es noch ein weiteres, von einer Amerikanerin vorbildlich geleitetes Wildlife Waisenhaus in der Nahe von Bertoua. Ein Besuch an beiden Orten ist jetzt sehr wichtig, da man auch dort an einer Zusammenarbeit, besonders im Bereich Bildung und Ecotourismus, sehr interessiert ist.

ChimpanzeeDie Organisation LAGA konnte im Kampf gegen die Wilderei und den Handel mit Bushmeat und lebenden Tieren einige beachtliche Erfolge registrieren. Schimpansenhaendler konnten dingfest gemacht und ins Gefaengniss verbracht werden. Mit LAGA gibt es bislang die beste Kooperation, die man sich vorstellen kann. Der Gruender und Direktor Ofir Drori hat sehr viel fuer das Land Kamerun und seine Natur getan. Regenwaelder und Naturschutzgebiete, die heute in Kamerun noch erhalten sind tragen seinen Namen.

Ein Beispiel, welches Schicksal Tiere hier erleiden: Ein, waehrend der letzten LAGA Aktion gerettetes Schimpansenbaby erlag seinen Verletzungen, mutwillig herbeigefuehrt von Menschen. Das arme Tier hatte, unter anderem, Verbrennungen, die vom Uebergiessen mit kochendem Wasser herruehrten.

Schulfeier

SchoolDie Woche war sehr erfolgreich. Zum Abschluss ist eine Zusammenarbeit auch in der staatlichen High School Lycee Bilingual mit ueber 3500 Schuelern realisiert. An der Schule gibt es bereits einen Environmental Club und die Kinder sind sehr engagiert. Es gibt franzoesische und englische Klassen. Die Schueler sind hier zwischen 9 und 17 Jahre alt.

Eingeladen war ich zur alljaehrlichen Schulfeier, arrangiert von Vivian, unserer WPE Koordinatin. Es gab Fussballspiele, den Lieblingssport der Kameruner. Es wurde gesungen und getanzt und die Kinder hatten Lieder und Theatervorfuehrungen eingeprobt und auf ueberzeugende Art dargeboten.

Die 50 Kinder vom Environmental Club haben ein Lied mit dem Titel „ Environmental song“ selbst komponiert und ganz toll vorgetragen.

Es ist beeindruckend auf welch grosse Resonanz die Umweltprobleme bei den Kindern stossen. Die Kinder sind so engagiert, dass es auch auf die Erwachsenen, die Eltern, die Verwandten und Freunde Einfluss ausuebt.

Regen

Die Regenzeit geht dem Ende zu. Trotzdem regnet es zurzeit fast taeglich mindestens einmal. Einige der Regenguesse der letzten Tage waren so heftig, dass es zu laengeren Stromausfaellen kam und die Internetverbindungen, dementsprechend, ausfielen oder mal wieder sehr langsam waren.

Strassen verwandeln sich innerhalb von Minuten in kleine Fluesse. Einige Gegenden in Kamerun gehoeren zu den niederschlagsreichsten unserer Erde. Seitdem der Wald verschwindet regnet es jetzt insgesamt viel weniger als frueher, behaupten Einheimische. Die Wuesten noerdlicher wachsen. Der Tschadsee ist am Versiegen.

Wolfgang
WPE -Wild Planet Ecoproject
Team Kamerun

WPE - Wild Planet Ecoproject

WPE - Wild Planet Ecoproject Schweiz, Swiss Post, PostFinance, CH-3030 Bern, Konto-Nr.: 85-203180-2, IBAN: CH35 0900 0000 8520 3180 2, SWIFT: POFI CH BE XXX
Empfänger: WPE - Wild Planet Ecoproject Schweiz, Alte Landstrasse 370, Männedorf 8708, Schweiz
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