Kamerun 4
Der Alltag in Kamerun hat Einzug gehalten. Nach wie vor sind sowohl Vivian als auch ich dabei Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu knuepfen.
Erwaehnenswert ist sicherlich der vorletzte Sonntagabend an dem Hans mich zu seinem Abschied zusammen mit Polizeioffizier Patrick eingeladen hatte. Auf einige Biere ging es in Yaoundes Vergnuegungsviertel. Hier sollte man sich als Weisser nicht unbedingt alleine herum treiben.
Selbst Kameruner werden hier oft Opfer von Dieben. Entlang der Strasse treiben sich Prostituierte in allen Gewichtsklassen herum. HIV inklusive. Die statistische Aids Rate wird mit 8% angegeben. Strassencafes, Berge von Fleisch und Kameruner Musik bestimmen das Bild.
Ansonsten sind die Tage mit offline Arbeiten am Computer ausgefuellt um den Rest der Welt auf dem laufenden zu halten. Da in dieser Woche keine Schule ansteht, sind Termine bei Ministerien und Wohnungssuche etc. auf dem Wochenprogramm.
Silvio und Mirella, die zwei oesterreichischen Kinder und juengsten WPE Mitglieder, haben, nachdem Sie aus dem Urlaub zurueck sind, im WPE Kinderforum geposted. Sobald unsere finanzielle Situation wieder etwas besser ist werden wir die Kameruner Kinder wieder ins Cyber Cafe begleiten.
Die Suche nach einem guenstigen und sicheren Apartment hat in dieser Woche Prioritaet. Ganz einfach ist das in Yaounde nicht. Davon abgesehen gibt es innerhalb Kameruns ein starkes Preisgefaelle. In Baminda zahlt man beispielsweise fuer ein Hotel oder ein Apartment der gleichen Kategorie nur etwa den halben Preis. Trotzdem bleibt Yaounde fuer die Anfangszeit der Dreh- und Angelpunkt denn nur hier gibt es all die Voraussetzungen wie Registrierung und Genehmigungen die fuer alle weiteren Vorgehen noetig sind. Baminda, um nur ein Beispiel zu nennen, ist dementsprechend, aufgrund seiner Hoehenlage und des damit verbundenen kuehlen Klimas der bevorzugte Aufenthaltsort fuer NGO´s aus aller Welt.
Die Wildlife Fotografie und Berichte aus entlegenen Gegenden und Schulen muessen noch etwas auf sich warten. Es stehen nach wie vor noch viele Termine an und die Wohnungssuche bleibt erstmal das wichtigste.
Nebenbei fotografiere ich solange Menschen und Strassenszenen.
Erwaehnenswert erscheinen mir hier die tollen Frisuren der Damen und Maedchen. Manchmal ist hier allerdings mehr Schein als Sein der Fall. Viele der tollen Frisuren sind Peruecken oder Haarteile. Genauere Untersuchungen an den Koepfen der beeindruckenden Damen blieben mir bisher allerdings mehr oder weniger verwehrt. Ob die Haarpracht denn echt oder falsch ist bleibt deshalb der Phantasie des Betrachters ueberlassen. Um auch die Friseure und Hairstylisten aus unseren Breitengraden auf dem laufenden zu halten werde ich die naechsten Tage weitere Fotos in der WPE Homepage einstellen.
„Die Europaeer haben die Uhr (erfunden), die Kameruner haben die Zeit.“ Der Dienstag war sehr ausgefuellt. Ueberwiegend mit warten! Eine Disziplin mit der ich noch immer meine Schwierigkeiten habe. Neben der allgegenwaertigen Korruption sicherlich eine der Hauptursachen dafuer das Zentral Afrikanische Laender mehr oder weniger still stehen.
Mehr als ein Termin beim Ministerium fuer Wildlife und Forestry war deshalb nicht drin. Nach mehr als 3 Stunden warten gab es dann aber einen Termin beim Director und die wichtige Unterschrift fuer die Genehmigungen um Nationalparks und Natur Reservate mit amtlicher Beglaubigung besuchen zu koennen wurde erteilt. Das ist wichtig um kleinen diensteifrigen und korrupten Beamten aus der Provinz die Luft aus den Segeln zu nehmen. Man koennte auch sagen um Geld zu sparen.
Die handgeschriebenen Dokumente werden in den naechsten Tagen mit Schreibmaschine oder Computer auf offizielle Papiere getippt und koennen in der naechsten Woche abgeholt werden. Zumindest teilte man uns das so mit.
Bei nachfolgenden Gespraechen mit fuehrenden Mitarbeitern des Ministeriums wurde uns die Unterstuetzung der WPE Projekte zugesichert. An den in Kamerun geltenden Gesetzen gibt es trotz alledem kein vorbei. Um in Nationalparks und Naturreservaten Fotos zu machen ist eine separate Genehmigung noetig die jaehrlich ca. 250 Euro kostet. Die Genehmigung Filme zu drehen kostet ca. 1500 Euro. Zusaetzlich sind Eintrittspreise in Hoehe von bis zu 8 Euro pro Tag fuer Nationalparks zu entrichten.
Das ist soweit ok, denn die Erhaltung und die laufenden Kosten der Parks sind hoch. Man bekommt hier viel mehr geboten als das sonst irgendwo der Fall ist und die Natur bleibt wenigstens hier einigermassen geschuetzt. An der Zahlung zur Genehmigung des Fotografierens geht wohl kein Weg vorbei. Die Gebuehren gehen allerdings, wenn ich das richtig verstanden habe, an das Finanzministerium.
Unsere Kontakte sind jetzt so gut ausgebaut das wir jederzeit alle Arrangements fuer interessierte Reporter Teams treffen koennen.
Grosswildjagd
Noch immer ist die Jagd fuer Trophaeen ein eintraegliches Geschaeft in Kamerun und anderen afrikanischen Laendern. Verschiedene Parks in Kamerun sind leider speziell fuer diese hirnlose Jagd ausgewiesen.
Fuer den Abschuss der einzelnen Tierarten gelten unterschiedliche Preise. Der Elefant ist am teuersten. Ich habe eine Kopie der Preisliste angefordert und veroeffentliche diese demnaechst. Weiteres zum Thema Grosswildjagd dann in Kuerze.
Anfragen fuer Grosswildjaeger werden von WPE prinzipiell negativ beantwortet. Das sei nebenbei erwaehnt damit hier keine Míssverstaendnisse entstehen.
Schulsystem
Aktion Eichhoernchen
Die Aktion „ Kinder machen Wald“ macht in europaeischen Breiten sicherlich viel Sinn. In Zentral Afrika herrschen jedoch andere Gesetze. Fuer den Wald sind die Tiere verantwortlich. Viele Baumarten lassen sich nur vermehren indem sie vorher durch den Darm eines Tieres gewandert sind. Zum Beispiel die des Elefanten. Das koennen Kinder nicht nachmachen.
Die Aktion macht trotzdem Sinn um den Kindern ein Gefuehl fuer die Natur zu vermitteln. Im Rahmen der WPE Bildungsaktionen werden dementsprechende Einzel Aktionen in Kuerze duchgefuehrt.
Fuer Kinder in den Schulen der Staedte werden im Rahmen des Naturkunde Unterrichst Aktionen und Ausfluege in stadtnahe Narurreservate und in den Zoo organisiert.
Moskitos
Nach beinahe vier Wochen Aufenthalt, ueberwiegend in Yaounde, wurde heute der erste Moskito mein Opfer. Eiskalt im Flug erwischt. Das Tier erlag sofort seinen Verletzungen!
Es ist durchaus erstaunlich das diese Plagegeister hier kaum vorkommen. Selbst in der Daemmerung sind diese gefaehrlichen Tiere kaum vorhanden. Selbst Fliegen machen sich hier rar.
In Douala und anderen flach gelegenen Gegenden sieht das anders aus. Hier gibt es jede Menge Moskitos, die Malaria grasiert und ist immer noch die gefaehrlichste und toedlichste Krankheit im Land. Neben der Malaria sind die verschiedenen Moskito Arten fuer etliche andere Tropenkrankheiten verantwortlich.
Moskitos gehoeren demzufolge nicht zu den schuetzenswerten Tieren der WPE Projekte.
Einkaufen in Kamerun!
Das ganze Land gleicht einem riesigen Markt. Ueberall entlang der Strassen sitzen Menschen und verkaufen die Dinge die am noetigsten sind. Ansonsten bestimmen Strassenhaendler, ihre Lasten auf dem Kopf tragend, das Bild. Die beste Art einzukaufen ist es sich in eines der unzaehligen Strassencafes zu setzen und zu warten bis der Haendler mit dem, was man braucht, vorbei kommt.
Gut sortierte Geschaefte wie im Rest der Welt sind in Kamerun eher eine Seltenheit.
Wegen der mittlerweile erfolgreichen Wohnungssuche ist der Kamerun Report 4 etwas verzoegert. Die monatlichen Fixkosten konnten durch das kleine Apartment drastisch gesenkt werden. Ein weiterer Grund fuer Verzoegerungen ist die schlechte Internet Verbindung. Zwar gibt es sehr viele Cyber Cafes die aber in aller Regel sehr schlecht ausgestattet sind und ueber eine mehr als maessige Verbindung verfuegen. Der wieder etwas interessantere Report Kamerun 5 erscheint bereits in den naechsten Tagen. Die WPE Homepage wurde teilweise aktualisiert und auch im englischen gab es Fortschritte. Neue Fotos sind in der Fotogalerie zu sehen.
